Fehler, die Sie bei Ihrem Werbefilm vermeiden sollten!

Der Werbefilm ist zu einem der wichtigsten Bestandteile aller Marketing Kampagnen geworden. Dementsprechend werden auch viele Werbefilme produziert. Mit der Menge an Filmen, kommen viele wirklich gute Filme, aber auch viele Fehler, die sich einschleichen. BlackDoor Filmproduktion will hier ein paar der Fehler aufzählen, erklären warum man sie nicht machen sollte und gleichzeitig Beispiele liefern, wie es bereits besser gemacht wurde.

werbefilm_produzieren

Fehler im Werbefilm Nr 1: Zu Viel Slomo

Ein Trend, der in der Film Szene, durch den Fortschritt der Kamera Technologie, in den letzten Jahren besonders aufgekommen ist. Fast jede Kamera auch in der unteren Preiskategorie kann mittlerweile zumindest 50p aufnehmen. Dementsprechend filmt jeder “erst mal in slowmo” in der Post entscheide ich dann ob ich es benutze.  Das hat zu einer Welle an Werbefilmen gefühlt, die viel zu viel Slow Motion benutzen, ohne sich wirklich Gedanken zu machen, ob es der Story des Films überhaupt zuträglich ist. Zudem vergessen viele Filmer, dass Sie die Ihnen zur Verfügung stehende Bitrate damit halbieren, beziehungsweise sogar vierteln(bei 100p auf 25p Slowmotion). Damit nicht die Gesamte Bildqualität ihrer Kamera ausnutzen können. 

Slow Motion kann ein sehr mächtiges Werkzeug sein. Wenn man es richtig benutzt! Slow Motion lässt alles im Film sehr weich aussehen, alles wirkt fast wie in einem Traum. Dies kann, richtig eingesetzt, zu einem sehr angenehmen Look führen, der in einigen Szenarien die Stimmung untermalen kann. Doch, dabei ist nicht zu vergessen, dass es im Film immer auf Kontraste ankommt. Farbkontraste, Helligkeitskontraste, Kontraste in der Dynamik des Tons und auch Kontraste in der Geschwindigkeit mit der die Echtzeit dargestellt wird. Wenn man nur Slow Motion im Film sieht, wird es zum Standard im Film. Es verliert sein Merkmal als etwas besonderes. Slow Motion erzielt nur dann seine volle Wirkung, wenn es mit Echtzeit in Kontrast gesetzt wird. 

Leider wird dieses Detail in der letzten Zeit sehr gerne vernachlässigt und Slow Motion verkommt von einem besonderen Stilmittel, zu einem langweiligen, vollkommen überbenutzten, ausgelutschtem Stilmittel. Unten sieht man ein Beispiel von Rogue Films und Regisseur Sam Brown ein Beispiel, wie Slowmotion richtig eingesetzt werden kann und soll. 

Fehler im Werbefilm Nr 2: Zu Viel Gimbal

Wie auch bei der oben erwähnten Slowmotion, hat hier der Fortschritt der Technik dafür gesorgt, dass etwas früher sehr besonderes zu etwas banalem mutiert ist. Die Rede ist von der frei schwebenden Kamera. Früher wurde sie im Film durch die Steadycam erreicht, heute übernimmt die Technik sehr viel Arbeit – die meisten schwebenden Kameraeinstellungen im Film werden heute mit Gimbals erstellt. 

Im Film etabliert, wurde die Steadicam durch Regisseur Stanley Kubrik in seinem Meisterwerk “The Shining”. Hier wurde die Steadycam besonders dazu benutzt, um den Zuschauer in die gleiche Position zu versetzen, wie auch die Protagonisten. Durch Verfolgungsfahrten und Set Design wurde der Zuschaue unterbewusst verwirrt und in eine ähnliche Lage versetzt, wie Jack Torrance, der nach und nach seinen Verstand verliert. 

Kamerabewegung ist ein wichtiges Stilmittel im Film, um die Story zu erzählen. Kamerabewegung kann verschiedenes erzielen, sie kann für Unruhe beim Betrachter sorgen, sie kann Aufbruchstimmung erzeugen, keine Kamerabewegung kann hingegen aber auch gleichzeitig für Standhaftigkeit stehen. Heutzutage wird durch günstig gewordenen Slider und Gimbal fast jeder Film zu einer Montage aus bewegten Kamerafahrten, ohne dass über die Kamerabewegung nachgedacht wird und ihre Wirkung im Film bedacht wird. Jede Einstellung im Film wird zu einer Kamerafahrt ohne Sinn und Verstand. Es wird verkauft, dass der Film dadurch “dynamischer” wird, auch wenn “Dynamik” meist mehr durch Schnitt und Ton im Film erreicht wird, als durch hohle Kamerafahrten.

Gimbals haben das ganze auf die Spitze getrieben. Wo früher ein Dolly nötig war und mehrere Crewmitglieder nur für die Dolly die Kosten für Kamerafahrten in die Höhe trieben, schafft man es mit Gimbal und Kamera heute schnell und Kostengünstig, lange Kamerafahrten zu erstellen, nur weil man es kann. Dabei kann der Gimbal so viel mehr, und sollte von einer professioneller Filmproduktion auch richtig eingesetzt werden. Unten können Sie einen Kurzfilm sehen, der das Potential eines Gimbals vollkommen ausnutzt.

Fehler im Werbefilm Nr 3: Zu Viel Gerede

 Einer der ersten Grundsätze, die jeder wissen sollte, der einen Film macht: “Show. Don’t tell!” Zu Deutsch: Zeig es, erzähl es nicht! Bevor man im Film etwas erzählt, also durch Sprache löst, sollte man es durch den Film zeigen. Der Film ist ein audio-visuelles Medium, wir als Filmmacher sollten es nutzen!

Das heißt nicht, dass wir Sprache und Ton gar nicht benutzen sollten. Ganz im Gegenteil! Ton wird schändlich vernachlässigt – aber dazu im nächsten Abschnitt! Meist wird die Sprache im Film leider unkreativ und aufgesetzt als Off-Stimme benutzt, um dem Zuschauer wichtige Exposition zu vermitteln. Dabei sollte dem Zuschauer Exposition nicht durch Sprache vermittelt werden, sondern über alle verfügbaren Mittel es Films. Zeigt dem Zuschauer, wo wir uns befinden! Zeig, in welcher Beziehung sich die Protagonisten befinden! Zeig uns das Produkt und was es kann, aber bitte nutze nicht eine Off-Stimme, weil du faul bist.

Der Film kann so viel mehr als einfach nur ein Visuelles Medium sein, und gerade, wenn ein Film auf das gesamte Repertoire seines Mediums zurückgreift, entstehen besondere Filme. Und wir machen Filme, um etwas besonderes zu machen, nicht um langweilige Stangenprodukte zu produzieren. Filme sind unsere Leidenschaft, wir sollten sie auch so behandeln. 

Die Werbung von Beats unten, ist ein Beispiel, wie Sprache im Film nicht ausschließlich für Exposition genutzt wird, sondern essentieller Bestandteil des Films wird und immer aus dem Bildmaterial klar hervorgeht, woher die Stimme, die zu hören ist, gerade stammt. 

Fehler im Werbefilm Nr 4: Schlechter Ton

Ton ist weit mehr als nur Musik unter eine Schnittmontage legen, und den Schnitt auf den Takt der Musik anzupassen. Der Ton im Film kann ein Zusammenspiel aus Musik, Atmo, Off-Sprache, Dialog und Soundeffekte sein. Leider wird auch dies in so vielen Filmen schändlich vernachlässigt. 

Durch Atmo und Soundeffekte wird die Grundstimmung des Films gesetzt. Es wird dafür gesorgt, dass die gewünschte Stimmung beim Zuschauer erzeugt wird, sei es eine fröhliche Grundstimmung, eine mit Spannung geladene Grundstimmung oder eine traurige Grundstimmung, die Kombination setzt den Grundton für den gesamten Film. Alleine das kann schon ein ausschlaggebender Faktor dafür sein, wie der Film vom Zuschauer aufgefasst wird. Zudem können Soundeffekte erst dafür sorgen, dass bestimmte Momente – wie ein Schockmoment oder ein besonders emotionaler Moment – erst richtig aufgefasst werden. Der Dialog kann wichtige zwischenmenschliche Beziehungen unter den Schauspielern klären, gerade im Feature-Film sind gute Dialoge und gut gemischte Dialoge ein wichtiges Mittel. 

Wie bereits gesagt ist Ton ein Zusammenspiel von vielen Ebenen, diese Ebenen sind nichts, wenn sie nicht ordentlich gemischt sind. Der Soundmix ist essentieller Bestandteil guten Tons. Was nutzt ein exzellent aufgenommener Dialog, wenn er durch zu laute Musik nicht zu hören ist? Was nutzt ein stimmungsvoller atmosphärischer Soundteppich, wenn er viel zu leise im Vergleich zu den Soundeffekten ist? Die Mischung der einzelnen Elemente spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Films. 

Im Beispiel unten, wird eindrucksvoll bewiesen, wie das Gesamtpaket um Sound den Werbespot auf das nächste Level gehoben wird. Erst durch das Zusammenspiel von Soundeffekten, Musik und einem kleinen Bisschen Dialog entsteht ein Werbespot der unter die Haut geht.